Kurzarbeit: Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherungsbeiträge gehört den Beschäftigten

(02.04.2020) > Regelung zur Kurzarbeit weist Konstruktionsfehler auf
> 60 Prozent des Nettolohns reichen nicht fr Miete und Lebenshaltungskosten
> Jetzt kommt es darauf an, die Nachfrage zu strken
> Offener Brief an die Bundestagsabgeordneten aus der Region

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Die IG Metall Oldenburg und Wilhelmshaven, fordert von der Bundesregierung eine Korrektur bei der Corona-Regelung zur Kurzarbeit. ?Bei Kurzarbeit werden den Arbeitgebern rckwirkend zum 1. Mrz die Beitrge zur Sozialversicherung zurckerstattet ? nicht nur die Arbeitgeberanteile, sondern auch der Anteil der Beschftigten. Das ist nicht gerecht! Der Arbeitnehmeranteil der Sozialbeitrge muss daher dringend an die Beschftigten weitergegeben werden?, fordert Martina Bruse, 1. Bevollmchtigte und Geschftsfhrerin, in einem Brief an die Bundestagsabgeordneten Siemtje Mller, Dennis Rohde, Susanne Mittag (alle SPD), Astrid Grotelschen, Silvia Breher, Stephan Albani (alle CDU) sowie Amira Mohamed Ali (Linke) und Christian Drr (FDP).
Bei Kurzarbeit stockt die Bundesagentur fr Arbeit das Entgelt auf 60 Prozent des Nettolohns auf, wenn Kinder versorgt werden mssen auf 67 Prozent. Fr viele Menschen reicht das bei weitem nicht, um Miete und Lebenshaltungskosten zu bestreiten. ?Die Weitergabe des Arbeitnehmeranteils der Sozialversicherungsbeitrge wrde vielen Menschen finanziell ber die nchsten Monate helfen und ist auch ein Gebot der Gerechtigkeit?, sagt Bruse.
Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr einen dramatischen Anstieg der
Kurzarbeit auf 2,15 Millionen. In der Region Oldenburg und Wilhelmshaven haben
bislang 4200 Betriebe Kurzarbeit angemeldet.
Bund und Lnder haben umfangreiche Hilfspakete fr Unternehmen und
Selbststndige, aber auch fr abhngig Beschftigte und Empfnger von
Grundsicherung beschlossen. Sie wollen damit die Corona-Krise wirtschaftlich und
sozial abfedern. Das alles ist richtig und notwendig. Allerdings sollte der
Konstruktionsfehler bei der Kurzarbeiterregelung zgig beseitigt werden. Jetzt kommt
es darauf an, Einkommen zu sichern und die Nachfrage zu strken. Gerade die
regionale Wirtschaft in unserer Region ist darauf angewiesen, dass Beschftigte ber
stabile Einkommen und damit Kaufkraft verfgen.
Innerhalb einer Woche nach Versand der Briefe haben sich nur Siemtje Mller und
Christian Drr zurckgemeldet. Sie sehen keine Notwendigkeit fr eine Aufstockung
des Kurzarbeitergeldes bzw. keine Gerechtigkeitslcke.